Bilanz des Tsunami – Perspektiven von Hilfe und
Wiederaufbau
Berichte der Fact Finding Mission von medico,
Brot für die Welt und der Heinrich Böll-Stiftung und der sri lankischen "People's
Planning Commission" (PPC)
Der Wiederaufbau der vom Tsunami verwüsteten Länder ist nicht nur eine
humanitäre Aufgabe. Schon bald nach dem Seebeben begann ein Kampf um die
Küste und ums Land. Regierungen versuchen, einen Modernisierungsschub von
oben durchzusetzen. Ausländische Geldgeber, internationale Unternehmen, aber
auch Hilfsorganisationen machen dabei mit. "Wir stehen", so medico-Partner
Dr. Prem John vom People's Health Movement (PHM), "vor der entscheidenden
Frage, ob die Wiederaufbauprogramme dazu dienen, die Menschen zu
unterstützen oder sie zu unterdrücken."
Was eine Naturkatastrophe zu sein schien,
entpuppte sich schnell als Katastrophe der Gesellschaft: als Katastrophe
der Armen. Um den Menschen am unteren Ende der Hierarchie des Unglücks
eine Stimme zu verleihen, engagierten sich die medico-Partner in Indien
und Sri Lanka nicht nur in Projekten der Nothilfe und des Wiederaufbaus,
sondern auch im "Tsunami Response Watch"
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Indien Unterstützt durch medico und das People's
Health Movement richteten indische Journalisten den "Tsunami Response
Watch" ein. Die fortlaufende Berichterstattung auf ihrer Internetseite
trägt wesentlich dazu bei, Transparenz herzustellen. Der Umgang mit
Hilfsgütern und Spenden wird hier genauso dokumentiert wie Versuche, im
Windschatten des Tsunami und auf Kosten seiner Opfer lang geplante
Modernisierungsmaßnahmen durchzusetzen.
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Sri Lanka Der sri lankische medico-Partner
International Movement Against All Forms of Discrimination and Rassism (IMADR)
organisierte ein "People's Tribunal" in der Hauptstadt Colombo, in dem Tsunami-Überlebende aus dem ganzen Land ihre Lage öffentlich machten. |
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Sri Lanka Ein Zusammenschluss sozialer Organisationen Sri Lankas gründete eine "People's Planning Commission" (PPC), die eine
flächendeckende Untersuchung zur Situation der Tsunami-Überlebenden
durchführte und der internationalen Öffentlichkeit vorstellte. Ihr Report
steht auf der Website von MONLAR (Movement for National Land and
Agricultural Reform) bereit.
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Indien Nach dem Tsunami begann in den zerstörten
Küstendörfern im indischen Tamil Nadu ein hektischer Wiederaufbau:
Nahrungsmittel wurden verteilt, Häuser gebaut, neue Fischerboote
bereitgestellt. Wie die gut gemeinte Hilfe regionale
Ausbeutungsverhältnisse verfestigt, wie betroffene Überlebende mit
Hilfsgütern überschüttet werden oder leer ausgehen und lokale Mächtige
damit ihren Profit machen, zeigt die Studie des medico-Partners Rural Education and Development Society (REDS).
Tsunami
- Competition, Conflict an Cooperation
A research report on processes and effects of relief and rehabilitation in
Kanyakumari and Tirunelveli districts, India
Herausgegeben von medico international und Rural Education and Development
Society (REDS) - (englisch, PDF-Datei, 1 Mb)
Außerdem:
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Sri Lanka Gemeinsam mit Brot für die Welt und in Kooperation mit der Heinrich
Böll-Stiftung initiierte medico im Dezember 2005 eine "Fact Finding Mission", mit der sechs entwicklungspolitische ExpertInnen aus Deutschland, Großbritannien und Sri Lanka durch den
Inselstaat reisten, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der
Überlebenden zu machen. Dabei führten die Missionsmitglieder viele Gespräche
mit den Betroffenen, mit MitarbeiterInnen von Hilfsorganisationen,
JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und VertreterInnen der Regierung sowie
internationaler Institutionen.
Nachdem die Ergebnisse der Fact Finding Mission auf einer gemeinsam mit der
Heinrich Böll Stiftung organisierten Fachtagung in Berlin vorgestellt
wurden, dokumentieren wir hier den Bericht in voller Länge.
Tsunami - A study on
disaster response in Sri Lanka by Claudia von Braunmühl, Reinhardt Bolz, Linus Jayatilake, Kath
Noble, Shreen Saroor with a complement on the situation in Thailand by Karl Segschneider
and Walaitat Worakul Gemeinsam herausgegeben von: Heinrich-Böll-Stiftung, Brot für die Welt und
medico international (englisch, PDF-Datei, 1 Mb)
Außerdem:
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Aktuell |
Macht
der Gewehrläufe, Gewalt des Begriffs
Sri Lanka als Nebenschauplatz des "Kriegs gegen den Terror"
Als die Insel im Dezember 2004 von den Fluten des Tsunami heimgesucht
wurde, stand auch der Waffenstillstand zwischen Staat und Guerilla vor dem
Scheitern. Völlig überraschend wurde das Seebeben dann aber zur
Friedenschance, doch ein halbes Jahr später war auch diese Chance vertan
... weiter |
Hintergrund |
| Partnerschaftliche Hilfe und Solidarität muß ausgehen
von den Bedürfnissen der Betroffenen, langfristige Entwicklung fördern
und die Ursachen von Armut und Not bekämpfen. Zur "Kritischen Nothilfe"
von medico international:
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Archiv |
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Über ein Jahr dokumentierten wir in Berichten und Reportagen, in
Auszügen und im vollen englischen Wortlaut: die Auseinandersetzungen vor
Ort, die Erfahrung der Betroffenen, den Stand der Tsunami-Projekte, die
Folgen der Hilfe
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