Hollywood-Film "Blood Diamond" versetzt Diamantenindustrie in Aufruhr
Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation fordert Hilfe für
Bürgerkriegsopfer
"Blood Diamond", ein Hollywoodthriller mit Leonardo di Caprio in der
Hauptrolle, sorgt bereits vor dem deutschen Filmstart im Januar 2007 für
Diskussion. Er rückt die Opfer der Kriege in Westafrika ins Bewusstsein der
Weltöffentlichkeit, was bei dem internationalen Diamantenkonzern De Beers für
Unruhe sorgt. "De Beers beteuert zwar, während des Bürgerkrieges keine Geschäfte
mit sierra leonischen Diamanten gemacht zu haben. Es ist aber ein offenes
Geheimnis, dass der Konzern über seine Verkaufs-Büros in den Nachbarländern
Guinea und Liberia Diamanten gekauft hat, die aus Sierra Leone stammten" so Anne
Jung Öffentlichkeitsreferentin bei der Frankfurter Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation medico international. Damit war De Beers und die
internationale Diamantenindustrie mitverantwortlich für die Verlängerung des
Krieges.
Für die Opfer des sierra leonischen Bürgerkrieges ist der Krieg auch nach dem
Ende der Kampfhandlungen nicht vorbei. "Die Menschen leiden auch bis heute unter
den Folgen des Krieges, darunter Tausende Kindersoldaten und Menschen, denen im
Krieg Gliedmaßen abgeschlagen wurden" so Anne Jung. medico international fördert
Versöhnungsprojekte in Sierra Leone.
Zur Versorgung der Bürgerkriegsopfer fordert medico international zusammen
mit sierra leonischen Partnerorganisationen die Einrichtung eines
Kriegsopferfonds. In diesen Fonds soll neben der Regierung Sierra Leones auch
die internationale Diamantenindustrie einzahlen. Diese Forderung richtet sich
damit auch an den Diamantenkonzern De Beers.
medico international gehört zu den Gründungsorganisationen der Kampagne Fatal
Transactions, die seit 1999 auf die Folgen des Handels mit Konfliktdiamanten
aufmerksam macht. Die Kampagne hat zum Zustandekommen des Kimberleyabkommens zum
Handelsstopp mit sog. Konfliktdiamanten durch die Erarbeitung und
Implementierung eines globalen Zertifizierungssystems von Rohdiamanten
beigetragen. medico international kritisiert im Rahmen der Kampagne Fatal
Transactions das Abkommen, weil die Kontrollen völlig unzureichend sind.
Kontakt
- Anne Jung: 069-9443827 oder mobil 0179 123 07 19
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