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medico international - Pressemitteilung 30.08.2006


Einsatz von Clusterbomben im Libanon

medico international fordert sofortiges Verbot
 

(30. August 2006) Angesichts des Einsatzes von Clusterbomben und -munition durch die israelische Armee im Libanon fordert die Frankfurter Hilfsorganisation medico international gemeinsam mit vielen anderen Nichtregierungsorganisationen weltweit erneut das Verbot dieser Waffe.

Clusterbomben und -munition haben eine hohe Blindgängerquote zwischen 10 und 30 Prozent. Deshalb müsste diese Waffe als minenähnlich betrachtet und umgehend verboten werden. Die fatalen Folgen dieses Waffeneinsatzes lassen sich aktuell im Südlibanon beobachten. "An mehr als 250 Stellen liegt solche nicht explodierte Clustermunition herum. Etwa im südlibanesischen Kana, aber auch in anderen Orten sind die tödlichen Sprengkörper in Gärten, Tabakfeldern und nahe von Wohnhäusern zu finden", so Martin Glasenapp, Nahost-Koordinator von medico international. "Der Wiederaufbauwille der Menschen ist groß, wird aber durch die nicht explodierte Clustermunition massiv behindert", so der medico-Mitarbeiter. Es habe bereits erste Opfer gegeben.

Blindgänger von Clustermunition und Bomblets sind extrem gefährlich da sie bei Berührung sofort explodieren. Das macht auch ihre Beseitigung so schwierig. Davon berichten medico-Partner aus Afghanistan und Irak, wo Clusterbomben bereits massiv von US-amerikanischen Truppen eingesetzt wurden. Clusterbomben gelten als moderne Waffen, weil sie von der Luft aus eingesetzt werden können und die Bewegungsmöglichkeiten auf dem Boden extrem einschränken. Das betrifft insbesondere die Zivilbevölkerung. Ähnlich wie Landminen verhindern Clusterbomben noch lange nach Ende eines Krieges die Rückkehr zum normalen Leben.

Angesichts der jüngsten Ereignisse im Libanon ist es ein Gebot der Stunde, so medico international gemeinsam mit einer Koalition anderer Nichtregierungsorganisationen, den Einsatz von Clusterbomben umgehend zu verbieten.

Weitere Informationen

Für Nachfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an

  • Katja Maurer, Pressesprecherin, 069 94438-29, Mobil: 0171 1221261

 

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