Frieden im Libanon braucht mehr als symbolische Aktionen
medico international: Lazarettschiff der Bundeswehr hat weder einen
politischen noch humanitären Effekt
Die Frankfurter Hilfsorganisation medico international warnt davor, die
notwendige Hilfe für den Wiederaufbau im Libanon zu instrumentalisieren, um die
eigene politische Hilflosigkeit zu kaschieren. "Die Entsendung eines
Bundeswehr-Lazarettschiffs ist eine äußerst kostspielige symbolische Aktion", so
Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international. Diese PR-Allzweckwaffe
nutze die Bundesregierung nicht zum ersten Mal, um Handlungsfähigkeit zu
beweisen. "Sie hat im Falle des Libanon jedoch weder einen politischen noch
einen humanitären Nutzen."
Der Libanon und die gesamte Region brauche dringend eine glaubwürdige
politische Nahost-Initiative, die auf Verhandlungen und nicht auf eine Politik
der Stärke setzte. Dies müsse auch auf der für Ende des Monats geplanten
Geber-Konferenz in Stockholm zur Sprache kommen. "Unsere Partner im Libanon,
darunter zahlreiche Gesundheitsorganisationen, die bereits mit mobilen Kliniken
unterwegs sind, erwarten ein deutliches Zeichen Deutschlands und der
Europäischen Union für eine Verhandlungslösung unter Einbeziehung aller
politischen Akteure der Region." Thomas Gebauer forderte die Bundesregierung
auf, die israelische Regierung dazu zu bewegen, die Abwurfstellen herauszugeben,
an denen Streumunition eingesetzt wurde, um eine schnelle Beseitigung der
Blindgänger zu bewerkstelligen. "Das wäre im Gegensatz zum Lazarettschiff ein
sinnvoller humanitärer Beitrag", so Gebauer. Denn die hochexplosive
Streumunition habe eine Blindgängerquote zwischen 10 und 30 Prozent. Es habe
bereits erste Opfer von Blindgängern nach Eintritt des Waffenstillstands
gegeben.
medico international unterstützt seit über 20 Jahren überkonfessionelle
Gesundheitsorganisationen und Kulturinitiativen im Libanon. Während des Krieges
haben die Organisationen, deren Gebäude zum Teil schwer beschädigt wurden,
medizinische Hilfe für die Kriegsflüchtlinge geleistet. Derzeit sind die beiden
medico-Mitarbeiter Martin Glasenapp und Andreas Wulf mit den Partnern unterwegs,
um Wiederaufbauprojekte unter anderem im Südlibanon zu planen.
Für diese Arbeit bittet medico international dringend um Spenden unter dem
Stichwort "Nahost". Kontonummer
1800, Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01
Weitere Informationen
Für Interviews
- Nahostkoordinator Martin Glasenapp befindet sich derzeit im Libanon und
steht zu Interviews zur Verfügung. Sie erreichen ihn unter der Mobilnummer:
0179 1091553
Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
- Katja Maurer, Pressesprecherin, Tel. 0171 1221261 oder 069 94438-29
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