Sri Lanka: Situation in Muttur spitzt sich weiter zu
30.000 Menschen an der Ostküste Sri Lankas eingeschlossen
Seit Ende letzter Woche fliehen immer mehr Menschen zu Fuß aus der
mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadt Muttur im Nordosten Sri Lankas. Ihr
Ziel ist die weiter im Landesinneren gelegene Stadt Kantale. Die Muslime drohen
zum Opfer der seit zwei Wochen andauernden Kämpfe zwischen der Sri Lankischen
Armee und den Liberation Tiger of Tamil Eelam (LTTE) zu werden, in deren Verlauf
rund 30.000 Menschen in Muttur eingeschlossen wurden.
medico-Projektpartner Shreen Saroor vom Mannar Women Development Forum (MWDF)
berichtet, dass die Flüchtlingslager in Kantale jetzt schon überfüllt sind: "In
den Lagern gibt es weit mehr Kinder als Erwachsene. Das größte Problem ist die
Hygiene. Die Umgebung ist völlig verdreckt und voller Moskitos. Die Leute können
ihre Kleidung nicht wechseln, haben sich seit drei, vier Tagen nicht mehr
waschen können." Wenn die Flüchtlinge nicht umgehend besser verteilt werden,
drohe Seuchengefahr. "Bereits jetzt klagen einige Frauen; dass ihre Kinder an
Hautausschlägen, Halsschmerzen und Flüssigkeitsmangel leiden;" so Saroor.
Zugleich warnt Saroor, dass die Spannungen zwischen Tamilen, Singhalesen und
Muslimen außer Kontrolle geraten könnten. "Gerade erfahre ich, dass man die
Leiche eines tamilischen Jugendlichen gefunden hat und dass zugleich zwei junge
Muslime von Unbekannten aus einem der Lager entführt wurden. Immer häufiger
kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen tamilischen und muslimischen
Jugendlichen."
Die Kämpfe zwischen Sri Lankischer Armee und LTTE gefährden auch den Bestand der
von den medico-Partnern SEED und SWEED organisierten Wiederansiedlungsprojekte
für Tsunami-Überlebende in Mullaittivu und Batticaloa. Beide Ortschaften wurden
am Wochenende von der Sri Lankischen Luftwaffe bombardiert, im Hafen von
Mullaittivu liegt die Flotte der LTTE, die sog. "Sea Tigers". Die Aufbauarbeit
ist praktisch zum Stillstand gekommen. Aus Angst vor Überfällen sowohl der Armee
wie der LTTE flüchten die vom medico-Partner SWEED in der Siedlung Manmunai bei
Batticaloa versorgten Menschen nachts zu Verwandten in die Stadt. Tagsüber
bleibt nur eine Wache zurück, die die Häuser und das wenige Eigentum der
ebenfalls muslimischen Flüchtlinge schützen soll.
Zur Unterstützung ihrer Sri Lankischen Partner bittet die Frankfurter
Hilfsorganisation dringend um Spenden auf das Konto medico international, Kto-Nr.
1800, Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01), Stichwort "Sri
Lanka"
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