Medikamente für palästinensische Krankenhäuser
medico international bittet um Unterstützung für israelische und
palästinensische Ärzte und Gesundheitspersonal
Mit einem dringenden Hilfsaufruf haben sich gestern die israelischen „Ärzte
für Menschenrechte“ (Physicians for Human Rights) an die Frankfurter
Hilfsorganisation medico international gewandt. Sie wollen in Absprache mit den
palästinensischen Krankenhäuser im Gaza-Streifen und in der Westbank die
Gesundheitseinrichtungen in der Versorgung mit Medikamenten und medizinischen
Geräten unterstützen. Die Behandlung schwer kranker palästinensischer Patienten
in Israel soll zur Not mit gerichtlichen Schritten durchgesetzt werden. Dazu
brauchen die „Ärzte für Menschenrechte“ dringend finanzielle Unterstützung.
Die Situation im palästinensischen Gesundheitswesen ist dramatisch. Wie die
palästinensischen Partner von medico international, der Palästinensische
Gesundheitsservice (Palestinian Medical Relief Service) mitteilt, gehen
Basismedikamente wie Antibiotika und Anästhesiemittel aus. Allein in Ramallah
kann das Gesundheitsministerium 123 lebensnotwendige Medikamente nicht mehr zu
Verfügung stellen. Seit Wochen erhalten Ärzte und Gesundheitspersonal kein
Gehalt und verfügen oft nicht einmal über die Mittel zu ihren Arbeitsplätzen zu
fahren. Die dramatische Situation im palästinensischen Gesundheitswesen ist dem
internationalen Boykott der palästinensischen Autonomiebehörden und dem
Einfrieren der palästinensischen Steuer- und Zolleinnahmen durch die israelische
Regierung geschuldet.
Seit 15 Jahren arbeiten die beiden medico-Partnerorganisationen in
Gesundheitsprojekten zusammen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in
Jerusalem haben sie und andere israelische, wie palästinensische Organisation
sich gegen den Boykott der Hamas-geführten Autonomie-Regierung ausgesprochen. In
einer gemeinsamen Stellungnahme der palästinensischen
Nichtregierungsorganisationen heißt es, dass man „alle Absichten internationaler
Geber zurückweist, die Gesundheitsversorgung allein nichtstaatlichen Akteuren zu
übertragen“.
medico international hat den israelischen und palästinensischen Partnern
erste Mittel aus dem Nothilfefonds zur Verfügung gestellt und bittet dringend um
weitere Spenden unter dem Stichwort: „Israel - Palästina“, Kontonummer 1800,
Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01.
Weitere Informationen
Kontakt
- Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:
Katja Maurer, 0171 1221261, 069 94438-29,
presse@medico.de
|