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Kein Patent auf Gesundheit


Für einen Richtungswechsel in der Pharma-Politik
 

35.000 Menschen sterben täglich, weil sie keinen Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung haben. In den Entwicklungsländern hat schon heute jeder dritte Bewohner keinen regelmäßigen Zugang zu Medikamenten. Auch in den Industrieländern ist das Recht auf freien Zugang zu Gesundheitsversorgung mehr und mehr gefährdet.
Vor diesem Hintergrund rufen Brasilien und Kenia zu einem Richtungswechsel in der internationalen Gesundheitsforschung und Entwicklung auf. Auf der 59. Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai 2006 haben die beiden Länder eine Resolution mit dem Titel: "Global framework on essential health research and development" vorgelegt.
 

Die Brasilien/Kenia Resolution

Ziel der Resolution ist es, die Kosten für unentbehrliche Gesundheitsforschung und Entwicklung international gerecht zu verteilen, und einen globalen Rahmen zu schaffen, damit die Prioritäten bei Forschung und Entwicklung mehr den öffentlichen Gesundheitsinteressen unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Menschen in den armen Ländern verpflichtet ist.

Der vorgeschlagene Text fordert die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass der Fortschritt in der Grundlagenforschung und der Biomedizin in verbesserte, sicherere und bezahlbare Gesundheitsprodukte übersetzt werden kann, zu denen alle Patientengruppen Zugang haben. Außerdem weist der Text darauf hin, dass auch in bilateralen Abkommen die Sonderbestimmungen für öffentliche Gesundheit, die im WTO TRIPS-Abkommen und in der Doha-Erklärung festgeschrieben sind, Eingang in diese bilateralen Handelsabkommen finden.

Der Resolutionsentwurf bittet die Generaldirektion der WHO im weiteren, eine Arbeitsgruppe interessierter Mitgliedstaaten einzusetzen, die über Anreize und Mechanismen einer bedarfsorientierten Forschung in Übereinstimmung mit öffentlichen Interessen nachdenkt. Es soll ein jährlicher Bericht über den aktuellen Stand der Beratungen vorgelegt werden, bis ein Abschlussdokument alternative und vereinfachte Systeme zum Schutz geistigen Eigentums vorschlägt, die ein besonderes Augenmerk auf einen verbesserten Zugang zu Innovationen im Gesundheitswesen legt, und der capacity building (Verbesserung) bei der Produktentwicklung und Versorgung in den entwickelten und unterentwickelten Ländern besondere Priorität einräumt.

Hintergrundinformationen

Zur Lage
Zahlen/Daten/Fakten. Über die Infektionskrankheiten der Armen und die Medikamentenforschung der Reichen Länder.

Das Ziel
Eine konsequente öffentliche Forschungsförderung müsste die Herstellung lebensrettender Medikamente als öffentliches Gut verfolgen.

Der Weg
Wie eine Forschungspolitik aussehen sollte & wichtige Bausteine für eine bedarfsorientierte Forschung.

Das Konzept
Über neue Prioritäten und Rahmenbedingungen bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten.

Die Partner
Wissenschaftler und Nicht-Regierungs-Organisationen unterstützen die Kenia/Brasilien-Resolution.

 

 

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Die Welt braucht eine Wissenschaft, die allen Menschen dient.

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